Ich armes Tier! Ich muss jetzt mal jammern. Denn jammern hilft ja bekanntlich manchmal. Meine werten tierischen Mitbewohner (bis auf den Braunen Bär) haben beschlossen, dass heute Bernhard-Ärger-Tag ist. Der Johannes fing da heute Morgen einfach so mit an, so mir nichts, dir nichts: Ständige Kommentare über meinen Hintern, gefolgt von Tritten in eben jenen usw… Und jetzt muss ich schon den ganzen Tag leiden und die Menschen haben mich einfach mit den anderen oben auf dem Bett gelassen (aber jetzt bin ich mal kurz runtergeschlichen, um den Computer zu benutzen) – hey, Johannes, lass das! (der ist mir einfach runter gefolgt und ärgert weiter) – oh Mann, noch nicht mal in Ruhe bloggen kann man als Bär. Dabei bin ich doch so ein netter…
Johannes meint übrigens, ich hab das verdient, dass ich einmal im Jahr einen ganzen Tag lang geärgert werde, da ich sonst über’s Jahr verteilt immer so frech bin. Versteh ich gar nicht. Hab halt ne große Klappe, aber sonst?
Fünf Stunden und zwanzig Minuten muss ich noch durchhalten, dann ist Mitternacht und der ärgerliche Tag hat endlich ein Ende!
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Meine Expedition zum Vogelteich
Der Johannes und ich waren nochmal weg: Wir wollten eigentlich nur Vögel in einem Naturschutzgebiet gucken, aber die Menschen waren dann noch in Stettin. Ich fand es da blöd, sogar so blöd, dass ich nicht einmal aus der Tasche rausgeschaut habe, sondern mich mit Johannes beim Strippoker köstlich amüsiert habe…
Naja egal, wir haben viele olle Rallen, Möwen und Gänse gesehen. Ein paar Enten waren auch dabei.
Ich war natürlich, wie immer, für die Identifizierung der gesehenen Vögel zuständig. Manchmal musste ich das aber mit einem Blick durch das Spektiv nochmals überprüfen.
Und weil mir dort das Fotomotiv so gut gefallen hat, habe ich mich noch porträtieren lassen. Bin ich nicht ein schöner Bär?
Nachts hat es schon wieder geregnet. Johannes und ich haben uns deshalb in Emil verkrochen. Als es morgens hell wurde, war mein Privatteich schon gleich ein bißchen größer. Leider hat mir ja in Berlin jemand mein Floß geklaut, so dass ich mich nicht aufs Wasser wagen konnte, aber schön ist er allemal.

Ansonsten haben wir unseren Aufenthalt im Katastrophengebiet noch um eine Nacht verlängert, schließlich ist Katastrophentourismus schon spannend. Man trifft ständig Leute, die ihre Seen vor der Haustür versuchen in Eimer zu verpacken, teilweise mit niedlichsten Schäufelchen, und die trotzdem spannende Geschichten vom Regen erzählen. Ich frage mich ja: Wollten die ihre Seen mitnehmen?
Wir sind dann denn ganzen Tag ornithologisch unterwegs gewesen, denn schließlich gibt es auf der Insel Kirr und Oie davon eine ganze Menge. Dank Spektiv macht das auch noch sehr viel Spaß – zumindest den Menschen, für mich war das zu wenig action.

Wenigstens war in einem der Aussichtspunkte was los, da wohnen nämlich Rauchschwalben. Die flogen die ganze Zeit rein und raus. Da musste man als Bär schon aufpassen nicht angekackt zu werden, aber die waren voll nett und süß.

Gesehen haben die Menschen wohl auch eine Menge Vögel, aber ich durfte ja – wie immer – nicht richtig mitgucken. Dafür habe ich mich dann auch gerächt: Ich habe die Zwerghühner verschreckt, so dass den Menschen eben kein gutes Foto gelungen ist – bääääh.

Die Menschen waren an diesem Tag noch ganz todesmutig – sie waren baden und das im 15 Grad kalten Meer, wobei es noch bewölkt und die Luft sehr böig war. Naja, wenn ihnen blaue Körperteile gefallen sollen sie es doch machen. Am Strand ist ihnen dann noch ein sehr gelungenes Foto einer juvenilen Silbermöwe geglückt: 
Aber der Höhepunkt des Tages war für mich die Begegnung mit dem Wildtier Hirsch. 
Der stand am Waldrand quasi mitten im Ort und fraß so vor sich hin – ich fand das wunderbar. So nah kommt man als Bär ja normalerweise nicht an Hirsche ran, die rennen ja immer weg – vor allem vor Bären.
Abends sind der Johannes und ich dann wieder zu Emil gegangen, weil die Menschen mit ihrem Grill wieder alles zugeräuchert haben und es wieder einmal große Regenstürze gab. Der arme Emil, der wurde auch immer dreckiger.

Am nächsten Morgen sind wir nach dem Frühstück nach Hause gefahren – mein Gott war ich glücklich und aus dem Häuschen, als ich erst den Berliner Bären und danach meine ganzen Mitbewohner wiedergesehen habe (ganz besonders, weil die nicht böse waren, dass ich keine Postkarte geschrieben habe).
Als wir in Zingst ankamen, sah die Welt dort schon ein bißchen nach Untergangsstimmung aus:
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Es hat wohl so geregnet, dass der Boden das Wasser nicht mehr aufnehmen konnte und sich so zahlreiche Seen bilden konnten. Jeder Park, manchmal auch Parkplätze hatten ihren eigenen See. Auch die zahlreichen privaten Wassergrundstücke waren sehr eindrucksvoll.
Unser Campingplatz ist auch untergegangen: 
Trotzdem haben wir ein trockenes Plätzchen gefunden, direkt hinter dem Deich. Trotzdem ist am Tag unseres Kommens der halbe Campingplatz abgereist, aber Wasser im Schlafsack soll ja auch doof sein. Wir wurden auf unserer Insel davon zum Glück verschont.

Abends haben wir dann sehr lecker gekocht und die Menschen wurden verspeist – von den Mücken, höhö, welch ein Glück, dass ich stichresistent bin. Was liebe ich doch mein Fell!
Was für mich wirklich schrecklich war: Ich konnte wegen der ausgeprägten Seenlandschaft kaum einen Fuß vor Emil setzen, weil selbst der schöne blaue Emil so aussah: 
Natürlich sind wird relativ schnell zum Strand spaziert – ohhh waren da tolle Wellen und auch kaum bis gar kein Regen. Dafür gab es ein Schildi-Monument.

Abends waren die Menschen dann noch in der Sauna, die trotz untergegangenem Zeltplatz offen hatte. Ist zwar nichts für Bären wie mich, aber die Menschen fand sie toll, weil es neben der üblichen finnischen auch ein Dampfbad gab.
Die achte Etappe ist nur ein ganz kurzer Eintrag: Wir brachen vom schrecklichen Timmendorfer Strand schon sehr früh auf, selbst ohne Frühstück um dem Vögeln auf und in Zingst zu frönen. Schon morgens war der Himmel dunkelgrau und es nieselte dicke Tropfen. Irgendwann am Vormittag regnete es noch stärker mit dem Ergebnis: Wären wir nur kurze Zeit später dort entlang gekommen, wären wir nicht durchgekommen.
Kurz: Wegen des Regens sind Straßen zwischen Wismar, Rostock und Bad Doberan über- und unterspült worden – es ging nichts mehr. Aber nur auf der entgegenkommenden Route aus Fischland-Darß-Zingst. Wir konnten sogar noch anhalten und folgendes Foto machen, damit die Otter nicht immer an der Straße entlanglaufen müssen.

Au Backe, meine nächste Etappe ist, glaube ich, eine der fiesesten Touristenfallen an der ganzen Ostsee: Timmendorfer Strand
Alle kennen den folgenden Timmendorfer Strand…
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Wenn man aber ein unbedarftes Kuscheltier ist und ein Schild wie dieses sieht
,
muss man doch denken, dass man an DEM berühmten Strand ist. Pustekuchen! Ich habe mich am langweiligsten Ort wiedergefunden, den ich jemals besucht habe. Die Menschen hatten Hunger und die Auswahl der Nahrungsaufnahmemöglichkeit beschränkten sich auf drei Restaurant und einen Campingplatzkiosk. Vom Strand will ich gar nicht erst reden – das war kein echter Sand, sondern zerriebene Muscheln. Alles in allem also eher uncool.
Der Timmendorfer Strand an dem wir waren ist übrigens auf der Insel Poel.
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Aber dafür gab es auf unserem Platz ganz viele Kröten, kleine und große, aber immer braune. Außerdem war dort wieder eine Nacht im Zelt.

Irgendwie scheint Schwerin jeder und jede zu kennen: Kaum erwähnt man die kleinste Landeshauptstadt (weniger als 100.000 Einwohner, aber dafür mehr als 100.000 Kuscheltiere!) rufen immer alle: “Oh ja Schwerin mit dem schönen Schloß.” So ein Quatsch! Mag das Ding selbst noch ganz niedlich sein, spätestens wenn man diesen schrecklichen Mob aus Politikclowns, Digitalkameratouristen und Sicherheitshoschis erblickt läuft es selbst mir als Bär kalt den Rücken runter – wie muss es da wohl den Menschen gegangen sein?
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So macht doch durch einen feudalen Park zu ziehen keinen richtigen Spaß. Wir haben dann auch nicht das Schloß oder eines der anderen, durchaus interessanten, Bauwerke fotografiert, sondern mal wieder Vögel: Schon auf dem Hinweg nach Schwerin haben wir hunderte Gänse getroffen:
Ich persönlich bin ja überzeugt, dass die Gans links auf der Wiese stehend gerade Kontakt zu mir aufnehmen wollte, aber die Menschen haben es verhindert (grrrrrr!)
Außerdem muss hier noch das Foto von den süßen Haubentauchern und ihrem Kind erscheinen…
Wir waren in Waren und haben dort Waren gekauft. Also mal ehrlich, wenn die nicht immer den Teich Müritz an ihren Ortsnamen hängen würden, wäre das schon ziemlich schwierig die konsumierbaren Waren und das Örtchen Waren auseinanderzuhalten – so im Sprachgebrauch…
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Zumindest habe ich an der Müritz gut genächtigt. Und dann waren wir in Waren: Netter Ort, besteht aus zwei Kirchen (höhö Neustadt und Altstadt) und einem Markt, der die beiden verbindet. Natürlich gibt es dort auch Häuser zwischen den Kirchen und drumherum, aber irgendwie alles ärmlicher und wirklich seltsam waren in Waren die beiden Kirchen – teilweise sehr dunkel und fast schon angsteinflößend (wobei ich natürlich keine Angst hatte – bin ja ein Bär).
Da ich ja nichts esse, kann ich das nur vom Hörensagen weitergeben, aber an dem Stadthafen, der übrigens ganz einfach direkt betreten werden kann, gibt es wohl lecker Frühstück.
Aus Neustrelitz hinaus war eine echte Wohltat: Endlich keine Tristesse mehr – stattdessen Alleen ohne Ende. Mal gab es sie mit Schutz für die Bäume (Anmerkung von Johannes: “Das nennt sich Leitplanke, Bernhard”), mal ohne aber dafür mit Schild aus dem zu erkennen ist, dass man vor den Baum fahren könnte.
Ich finde Alleen ja voll toll – hat etwas herrschaftlich-erhabenes an sich! Aber immer diese Schlaglöcher. Aber was erzähle ich, wenn schonmal jemand in MV war, der kennt das ja. Neu war aber sogar mir als Zivilisationsbär, dass es Straßen gibt, die gehen gerade mal als Waldweg durch: 
Das war der Weg vom Örtchen Kratzeburg nach Klockow:
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Es holperte und polterte die ganze Zeit und wenn die Tachonadel mal die 30 km/h erreichte fühlte sich das an, wie im tiefsten Dschungel:
Ich war echt mitten im Wald, es gab sogar Wanderschilder, aber eben auch ein gelbes Schild, auf dem Klockow ausgeschildert war, außerdem kennt GoogleMaps diese Straße, aber das ist eben ein nicht asphaltierter Waldweg. 
Nach einigen Vögelguckversuchen sind wir dann doch weiter nach Waren gefahren, aber davon später mähr…
Nach Rheinsberg hieß der zweite Ort Neustrelitz (das mit Neu- und Alt- hatten wir dann noch öfter).
Neustrelitz ist ein krasser Ort, weil der irgendwann “1700 und” komplett neu geplant und gebaut wurde, so Barock und Neoklassizistisch und so.
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Und die haben da eine riesiegen Marktplatz von dem die Straßen so sternförmig abgehen. Dummerweise gibt es nicht viel mehr in Neustrelitz: Schöne Häuser, wohnt nur leider keiner drin; Schöne, breite Straßen, fährt nur kaum einer drauf rum und es gibt sogar noch ein Schloßpark, nur kein Schloß mehr – irgendwie war es da komisch. Naja, ich muss zugeben, dass die barocke Kirche ganz nett war, aber sonst war das eher ein Reinfall – so auf monarchischer Ebene.
Und weil alles so komisch war da gibt es auch kein Bild!




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